Workshops

16. März 2018

12.15 – 13.45 Uhr

1 - Spätabbrüche in der Schwangerschaft - Kontroversen und Praxis aus der Perspektive verschiedener Professionen
J. Pliefke (Berlin), A. Achtenhagen (Berlin), W. Henrich (Berlin), A. Bergner (Berlin)

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2 - Umgang mit schwierigen Nachrichten
C. Klapp (Berlin), J. Sehouli (Berlin)

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11.15 – 12.45 Uhr

3 - Sexarbeiterinnen und FrauenärztInnen – kein einfaches Verhältnis!?
C. Schumann (Northeim)

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4 - Psychoanalytische Filminterpretation: „Blue Jasmine“ (Woody Allen)
V. Pramataroff-Hamburger (München), A. Hamburger (München)

17. März 2018

16.00 – 17.30 Uhr

5 - Interkulturelle Kommunikation ermöglichen
T. Borde (Berlin), S. Schulz (Berlin)

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6 - Herausforderung Vernetzung: Integrierte Gynäkologische Psychosomatik in Klinik und Praxis
S. Holthausen-Markou (Hannover), S. Ditz (Heidelberg)

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* Die Workshops und Gruppenarbeiten finden parallel statt. Die Gruppenarbeiten bestehen aus 3 Teilen und erstrecken sich über zwei Tage. Sie können sich daher nur für die Workshops (max. 3) oder eine Gruppe anmelden (begrenzte Teilneh-merzahl, Bestätigung in der Reihenfolge des Eingangs der Anmeldungen).

Abstracts:

16. März 2018

12.15 – 13.45 Uhr

1 - Spätabbrüche in der Schwangerschaft - Kontroversen und Praxis aus der Perspektive verschiedener Professionen
J. Pliefke (Berlin), A. Achtenhagen (Berlin), W. Henrich (Berlin), A. Bergner (Berlin)

Die Methoden der Pränataldiagnostik bei einer Schwangerschaft sind in den letzten Jahren immer besser geworden. Die Entscheidung für oder gegen einen Abbruch der Schwangerschaft aufgrund eines möglicherweise schwer erkrankten Kindes hat sich für die werdenden Eltern dadurch allerdings nicht vereinfacht. Auch für behandelnde Ärzte, Hebammen und Psychologen zählt die Begleitung der Frauen vor, während und nach einem Abbruch nicht nur aus fachlicher, sondern auch aus ethischer und moralischer Perspektive häufig mit zu den größten Herausforderungen ihrer beruflichen Tätigkeit. Das Berliner Versorgungsnetzwerk psychosomatische Gynäkologie und Geburtshilfe lädt anlässlich seines 10jährigen Bestehens zu diesem interdisziplinär ausgerichteten Workshop ein. Mit jeweils kurzen Vorträgen skizzieren vier Berliner KollegInnen den Umgang mit den Kontroversen und Problemen rund um einen Schwangerschaftsabbruch in ihrer ärztlichen, beraterischen bzw. psychotherapeutischen Praxis.

Jutta Pliefke, Frauenärztin, Schwangerschaftsberatungsstelle Pro Familia, berichtet über ihre Erfahrungen hinsichtlich der ärztlichen Indikationsstellung zu einem Spätabbruch. Anne Achtenhagen, Psychologin, Beratungsstelle Donum Vitae, wird in ihrem Vortrag den steinigen Weg des Abschieds der Frauen und Paare von ihrem Wunschkind nach auffälligem pränatalem Befund beschreiben. Wolfgang Henrich, Frauenarzt, ärztlicher Direktor der Geburtsklinik Charité Berlin, wird Herausforderungen und Kontroversen rund um den Abbruch in der Klinik erläutern. Annekathrin Bergner, ambulant tätige Psychotherapeutin, skizziert in ihrem Vortrag die Besonderheiten einer Trauerbegleitung bzw. Psychotherapie nach einem Spätabbruch.

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2 - Umgang mit schwierigen Nachrichten
C. Klapp (Berlin), J. Sehouli (Berlin)

Die Übermittlung schwieriger Nachrichten in der Medizin gehört zu den großen Herausforderungen und Belastungen in der Interaktion zwischen Ärzten und ihren Patienten sowie deren Angehörigen.

Jeder Arzt, jede Ärztin kennt das mulmige Gefühl, Patienten oder Angehörigen eine schlechte Botschaft zu überbringen zu müssen. Die widerstreitenden Gefühle zwischen „schnell hinter sich bringen wollen“ und „noch ein bisschen aufschieben“ sind stärker, je schlechter die Nachricht ist und je jünger die Patienten. Dabei gehören solche Gespräche zu den häufigsten ärztlichen Tätigkeiten und summieren sich im Laufe eines Arztlebens auf viele Tausende.

Wir besprechen   Gesprächs- und Aufklärungskonzepte für verschieden gynäkologische und geburtshilfliche Situationen.

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11.15 – 12.45 Uhr

3 - Sexarbeiterinnen und FrauenärztInnen – kein einfaches Verhältnis!?
C. Schumann (Northeim)

„Was hat die Frauenheilkunde zu tun mit der Prostitution?“ – dieses Thema traf auf viel Interesse bei der letzten DGPFG-Tagung in Dresden. Im Vortrag und der anschließenden Podiumsdiskussion wurde klar: Zum Thema „Sexarbeit“ gibt es viele Fragen und (Vor-)Urteile, aber  wenig gesichertes Wissen. Auch wenn auf die Frage „Betreuen Sie in Ihrer Praxis Sexarbeiterinnen?“ viele Hände im Saal hochgingen, scheint es für Sexarbeiterinnen schwierig zu sein sich da zu outen: Sie wissen nicht, was sie erwartet, und was sie erwarten können. So trennen sie: Krebs-Vorsorge bei der Frauenärztin,  STI-Beratung im Gesundheitsamt – obwohl viele lieber eine kontinuierliche ärztliche Begleitung hätten, zu allen entsprechenden Fragen.

So entwickelte sich in Kooperation von DGPFG, der Hamburger Beratungsstelle ragazza e.V. und dem BesD (Berufsverband sexueller und erotischer Dienstleistungen) die Aktion „Roter Stöckelschuh“:  Ein knalliger Aufkleber, mit dessen Hilfe FrauenärztInnen gut sichtbar signalisieren können, dass sie vorbereitet sind auf die spezifischen Bedarfe von Sexarbeiterinnen.

Doch was heißt das? Was wollen, was erwarten und was brauchen Sexarbeiterinnen in der Praxis? Was sollten FrauenärztInnen wissen über Sexarbeit, über STI, über rechtliche Vorschriften und über Abrechnungsmodalitäten? Wie sieht die „gute“ Begegnung aus? Anscheinend gibt es dazu Unsicherheiten: Auch wenn die Aktion medial viel Interesse fand – sie schaffte es bis ins Ärzteblatt und den FRAUENARZT – haben doch nur ca. 120 Praxen bislang den Sticker angefordert. Und der Plan des BesD, die teilnehmenden frauenärztlichen Praxen auf der eigenen Website zu veröffentlichen, ließ sich nicht verwirklichen: Niemand war bislang dazu bereit.

Im Workshop soll es um Wissensvermittlung gehen und um Fragen der Kommunikation, um Gespräche über die eigenen Einstellungen und Gedanken zu Sexarbeit ebenso wie um die Veränderungen für Sexarbeiterinnen durch das neue „Prostitutionsschutzgesetz“. Und nicht zuletzt um gemeinsame Überlegungen, wie die Aktion Stöckelschuh fruchtbar weiter entwickelt werden kann: In der Öffentlichkeit und in weiteren Bereichen des Gesundheitssystems. Denn natürlich können auch Kliniken, Hebammen, PsychotherapeutInnen und Gesundheitsämter mitmachen!

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4 - Psychoanalytische Filminterpretation: „Blue Jasmine“ (Woody Allen)
V. Pramataroff-Hamburger (München), A. Hamburger (München)

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17. März 2018

16.00 – 17.30 Uhr

5 - Interkulturelle Kommunikation ermöglichen
T. Borde (Berlin), S. Schulz (Berlin)

Aspekte der sprachlichen und soziokulturellen Verständigung stellen in der Gesundheitsversorgung eine zentrale Herausforderung dar. Studien weisen auf kommunikationsbedingte Einschränkungen in der Versorgungsqualität hin. Am Beispiel von Symptominterpretation, Beratungsbedarf in der Menopause und Einstellung zur PDA werden diese Herausforderungen und neue Strategien diskutiert. Welche Strukturen, Kompetenzen und Qualifikationen sind aus Sicht von Immigranten/-innen, Gesundheitspersonal und Gesundheitsinstitutionen erforderlich, um Mehrsprachigkeit als Chance zu verstehen?

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6 - Herausforderung Vernetzung: Integrierte Gynäkologische Psychosomatik in Klinik und Praxis
S. Holthausen-Markou (Hannover), S. Ditz (Heidelberg)

Die Gynäkologische Psychosomatik ist ein interdisziplinäres Fachgebiet  und  lebt dieses vor allem durch aktive Vernetzung. Sie hat ihren festen Stellenwert - sowohl in der Niederlassung als auch in Häusern der Maximalversorgung. Als integraler Bestandteil von Brust- und Perinatalzentren ist diese für viele Patienten nicht mehr wegzudenken und gerade im Zeitalter einer schnellen Medizin oft ein Zufluchtsort. Interdisziplinäre Zusammenarbeit soll dazu dienen, die jeweiligen Einzelexperten mit ihrem Wissen in einem Verbund von mehreren Partnern in das Wissen und die Erkenntnisse der Anderen einzubeziehen.  Bei der Umsetzung im klinischen Alltag muss man aber über so manchen Stolperstein steigen, der sich einem in den Weg. Was sind Ihre Erfahrungen?  

Gern wollen wir Ihnen mittels spannender Kasuistiken (Perinatologie, unerfüllter Kinderwunsch, chronischer Unterbauchschmerz , Sexualstörungen, Onkologie) aus unseren klinischen Kontexten Psychosomatik und Frauenklinik in Ambulanz- und Konsil-/Liaisontätigkeit am Uniklinikum  Heidelberg und der Medizinischen Hochschule Hannover vermitteln, welche Situationen wir warum  als Herausforderung erleben und wie wir psychosomatisch intervenieren und lösungsorientiert, professionell und resilienzstärkend für Team und unsere Patientinnen  damit umgehen. Darüber hinaus sind Sie eingeladen, sich einzubringen mit eigenen Fragestellungen aus Ihrer Klinik und Praxis, die wir dann gern mit Ihnen bearbeiten wollen. Wir freuen uns über eine rege Teilnahme von Gynäkologen, Hebammen, Physiotherapeuten, Psychiatern, ärztlichen und psychologischen Psychotherapeuten und wünschen uns eine lebhafte Diskussion.

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