Gruppen

Gruppe 1: Mutterschaft und Bindung: vom Fremden zum Eigenen
Leitung: J. Junge-Hoffmeister (Dresden), A. Coenen (Dresden)
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Gruppe 2: Das fremde Kind in mir -
Erleben nach pränataldiagnostisch auffälligem Befund
Leitung: C. Schiebe (Dresden), K. Schubert (Dresden)
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Gruppe 3: Transkulturelle Kompetenz – Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett im Kontext von Migration und Flucht
Leitung: Y. Adam (Berlin)
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Gruppe 4: Wahrnehmung des Eigenen und des Fremden im Körper durch die Tanz- und Körpertherapie
Angst und Zuneigung im Kontakt mit dem Anderen
Leitung: R.  Raoul (Dresden)
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Gruppe 5: Das Fremde in mir  - Kunsttherapie
Leitung: M. Schuster (Dresden)
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Gruppe 1: Mutterschaft und Bindung: vom Fremden zum Eigenen
Leitung: J. Junge-Hoffmeister (Dresden), A. Coenen (Dresden)

Die Mutterschaft stellt – beginnend mit der Schwangerschaft - eine Phase dar, in der vielfältige neue Erfahrungen integriert werden müssen. Insbesondere wenn eine Frau zum ersten Mal Mutter wird, sind die Rollenveränderungen fundamental. Das Muttersein kann sich erfüllend aber auch fremd und bedrohlich anfühlen, so, wie auch das Kind im Bauch oder Arm der neuen Mutter Teil ihrer selbst oder „Fremdling“ sein kann. Eine Identität als Mutter aufzubauen und eine Bindungsbeziehung zum Kind einzugehen, können herausfordernde Prozesse sein, die – so normativ sie sind – durch psychische Probleme und soziale Belastungen empfindlich gestört werden können.

In der Gruppenarbeit sollen in den fünf Sitzungen jeweils unterschiedliche Aspekte dieses Annährungsprozesses theoretisch und anhand von konkreter Fallarbeit beleuchtet werden. Dabei wird dem Einfluss von peripartalen Angst-, depressiven und Persönlichkeitsstörungen besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Die folgenden Themen sind vorgesehen:

• Die Schwangerschaft: Das Fremde in mir – Das Neue in mir
• Die Entbindung: Das fremde Wesen in meinem Arm?
• Die postpartale psychische Erkrankung: Inmitten der Fremde Bezug finden
• Traumatisierte Mütter: Sich selbst fremd sein
• Selbst noch ein Kind: Das Fremdeln von Jugendlichen mit der Rolle als Mutter

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Gruppe 2: Das fremde Kind in mir -
Erleben nach pränataldiagnostisch auffälligem Befund
Leitung: C. Schiebe (Dresden), K. Schubert (Dresden)

„Fremde bedeuten das Fehlen von Klarheit. Man kann nicht sicher sein, was sie tun werden, wie sie auf die eigenen Handlungen reagieren würden, man kann nicht sagen, ob sie Freunde oder Feinde sind. Und daher kann man nicht umhin, sie mit Argwohn zu betrachten.“ Zygmunt Baumann

Wenn das Fremde in mir ist, ist der Argwohn noch schwerer auszuhalten. Der archaische Impuls, sich in großer Not schnell von Ägstigendem, Fremdem, Überforderndem zu befreien, zu fliehen, es auszustoßen – selbst wenn es das eigene Kind ist - ist tief in uns verwurzelt und kraftvoll. Auch in der Frauenheilkunde gibt es die Sprachkultur des „das muss heutzutage nicht mehr sein“, „das möchte ich meinem Kind nicht antun“, „das hat doch keine Chance zu überleben“, „die Gesellschaft ist nicht offen dafür“, „ sie müssen das nicht aushalten“, „je eher weg, umso besser“, „ es ist klar, dass das eine psychische Notlage ist, die so schnell wie möglich ein Ende finden muss“.

Eingeladen wird zu einer kontinuierlichen Arbeitsgruppe, die sich mit den (eigenen) inneren und äußeren Möglichkeiten befasst, Fremdes aus-zu-halten, anzuschauen und sich mit ihm vertraut zu machen. Lohn eines so schwierigen Prozesses kann der Erhalt von Leben, Rückgewinnung von Lebendigkeit und Ganzheit sein, die Verhinderung von Abspaltung und Ich-Verlust – unabhängig vom Ausgang der Schwangerschaft. Frauen, die ein Kind mit einer pränatalen Diagnose im Bauch haben, sind traumatisiert. Sie gehen nach der Diagnose überwältigt und ungeschützt mit Leib und Seele durch Hochspannungsfelder in vielfältigen Beziehungen. Dass es unter solchen Spannungen Kurzschlüsse geben kann, ist anzunehmen. Wie können wir auf das traumatisch Spaltende der Pränataldiagnostik mit unserem therapeutischen Handeln reagieren?

Angeboten wird ein Austausch betroffener Professionen. Wir wollen Wege finden, mit diesen Frauen auszuhalten, hinzuschauen, die Angst und die Spaltungsneigung in „lebenswert-nicht lebenswert“, „lebensfähig-nicht lebensfähig“, „fremd-zu mir gehörend“ zu lindern. Durch den Prozess soll es möglich werden, dem Fremden (Kind) ein Gesicht und einen Namen zu geben, sich wieder mit ihm zu verbinden. Wie soll eine schwangere Frau ihr Kind nach einer Pränataldiagnose (nach der 13. SSW) als „fremdes Kind/Fremdkörper“ selbst zur Welt bringen? Wie soll eine Frau ein Kind betrauern, zu dem sie die (Ver-)Bindung verloren hat?

Eine traumatische Spaltung im Rahmen einer Behandlungsbeziehung zu erkennen, zu erfühlen und damit umzugehen ist ungewöhnlich – vor allem im Zeitalter einer klar strukturierten, evidenzbasierten Medizin, die für jedes Problem eine scheinbar richtige Lösung anbietet.

Wir wollen im Rahmen der Gruppenarbeit sensibilisieren für einen heilsam–verbindenden Umgang mit Worten.

Teilnehmeranzahl: Geschlossene Gruppe, Maximal 12 Personen

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Gruppe 3: Transkulturelle Kompetenz – Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett im Kontext von Migration und Flucht
Leitung: Y. Adam (Berlin)

Die Gruppenarbeit greift Ansätze aus den Sozial- und Kulturwissenschaften auf, um die lebensweltliche Perspektive von Patientinnen aus anderen Herkunftsländern besser verstehen zu können und die Interaktion mit ihnen und ihren Familien zu erleichtern. Folgende Themen werden behandelt: Wahrnehmung von Kultur, Frauengesundheit im interkulturellen Vergleich, Migrations-/Fluchthintergründe, interkulturelle Missverständnisse in der Praxis, die Betreuung von Migrantinnen und geflüchteten Frauen und deren Familien, interkulturelle Kommunikation. Ziel ist es, das Modell der Transkulturellen Kompetenz kennen zu lernen, um einen sicheren Umgang mit kultureller Vielfalt im Gesundheitswesen zu erlangen.

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Gruppe 4: Wahrnehmung des Eigenen und des Fremden im Körper durch die die Tanz- und Körpertherapie
Angst und Zuneigung im Kontakt mit dem Anderen
Leitung: R. Raoul (Dresden)

Technik und Methode: Tanz und Körpertherapie – Achtsamkeit – Körperbild - 5 Rhythmen

In meiner Gruppe werden Sie durch individuelle Bewegungen Ihre Ausdrucksmöglichkeiten entdecken und stärken. Dazu gehört die Erkennung eigener körperlicher und persönlicher Eigenschaften: „Was gehört zu mir und was definiert mich?“

Mit interaktiven Wahrnehmungsübungen können Sie in Begegnung mit sich Selbst und anderen Teilnehmern kommen. Gegensätze werden auf der körperlichen Ebene sichtbar und spürbar. Dabei werden Sie Ihre Grenzen spüren und austesten.

Durch Achtsamkeit und Empathie üben Sie das Unbekannte nicht zu werten, sondern anzunehmen und sich von Vorurteilen zu distanzieren.

Es wird möglich, sich mit dem Angstgefühl auseinandersetzen: „Wie gehe ich mit der Angstsituation um? Was passiert auf der körperlichen Ebene und wie kann ich dieses Gefühl abschwächen?“

Durch körperliche Übungen werden Sie lernen, wie notwendig die Gegensätze für die biologische und psychische Entwicklung sind.

Der Workshop ist ein experimentelles Feld, um unsere Unterschiede zusammenzubringen und einen Integrationsprozess zu erreichen.

Psychodynamische Themen, die wir gemeinsam erfahren werden sind: Selbstvertrauen und Sicherheit – Liebe und Geborgenheit – Zugehörigkeit.

Durch praktische Beispiele aus dem klinischen Bereich werden wir pathologische Ängste und soziale Ängste differenziert betrachten.

Die Teilnehmerzahl dieses Workshops ist auf max. 16 TeilnehmerInnen begrenzt.

Voraussetzungen: Lust auf Bewegung – Mut und Neugier zur Selbst- und Fremderfahrung!

Mitzubringen: legere/bequeme Kleidung und Socken

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Gruppe 5: Das Fremde in mir  - Kunsttherapie
Leitung: M. Schuster (Dresden)

Die kreative Auseinandersetzung mit dem „Fremden in mir“ bietet Möglichkeiten zur Selbsterfahrung und ist mit Reflexion und präziser Wahrnehmung verbunden. Kunsttherapie ermöglicht auf schonende und wirksame Weise den Zugang zu inneren Bildern und verdrängten, unbekannten und fremden Anteilen.

Durch verschiedene Übungen und Methoden spüren die TeilnehmerInnen dem „Fremden in mir“ nach, lernen bildnerische Ausdrucksmöglichkeiten und den Umgang mit dem Gestalteten.

Einstiegsübungen und die Arbeit mit Resonanzbildern (spontane, bildhafte Reaktionen auf den Gruppenprozess) erweitern die Gruppenarbeit.

Bitte bringen Sie, so vorhanden, Zeichenmaterial mit (Stifte, Farben, Pinsel).

Zeichnerische Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.

Gruppengröße: 12 TeilnehmerInnen

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